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Autor Thema: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen  (Gelesen 6664 mal)

Offline Хелмар

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Guten Tag Gemeinde, nachdem ich 15 Jahre ohne große Pannen von A nach B und sogar nach C gekommen bin hat es mich nun doch erwischt. Ich konnte den Fahrkünsten der Bürger unseres Nachbarlandes auf der gesamten Reise ohne Kollateralschaden begegnen, bis es 50m vor der Deutsch-Polnischen Grenze dann doch fast geklappt hat.

Ich mußte eine Notbremsung mit der gesamten Fuhre plus TSA-Anhänger machen weil mir von einem Linksabbieger die Vorfahrt genommen wurde. Der Unfall wurde vermieden, der Robur hat perfekt gebremst, wie man an den sechs schön gleichmäßigen schwarzen Streifen auf dem Asphalt sehen konnte. Leider hat mir das Fahrzeug diese Aktion mit den gebrochenen Hauptfederlagen an beiden Federn der Vorderachse quittiert. Ich hatte Glück im Unglück, es ist ca. 60km von der heimischen Werkstatt entfernt passiert, zu der ich dann noch ohne weitere Vorkommnisse hinschleichen konnte.

Der Schaden ist durch Mithilfe von guten Roburfreunden, die mit Tatkraft und Teilen geholfen haben bereits behoben. Trotzdem war ich doch einigermaßen überrascht, daß sowas von sowas kommt. Die Federn waren eigentlich in gutem Zustand und gaben bis dato keinen Anlaß zur Beanstandung.

Desweiteren habe ich kurz vor Reiseantritt die äußeren Kegelrollenlager erneut tauschen müssen, da die 2018 eingebauten beide zerstört waren. Was bei der Routinekontrolle vor dem TÜV zu Tage trat. Die neuen Lager habe ich dann sehr vorsichtig mit Messuhr eingestellt auf null Spiel. Aber tatsächlich haben sich diese dann noch gesetzt, sodaß ich beide Seiten nachstellen mußte. Jetzt sollte es gut sein.

Sobald das Lager minimal Spiel hat neigt die jeweilige Radbremse zum Blockieren kurz vor Stillstand, weil dann die Bremse genug Kraft aufbringen kann die Position der Bremstrommel zu verändern, was durch die Selbstverstärkung der Duoservobremse zum Blockieren führt. Das ist auch hier schon in dem Beitrag "Bremse schnappt zu" gut beschrieben.

Wollte das so mal als Info für die Nachwelt mitgeben.

Ps.: Die neuen Asbestfreien Bremsbeläge sind auch recht Feuchtefühlig, sodaß ich manchmal früh kaum losfahren kann. Nach einer Runde auf dem Hof und Vorwärts und Rückwärts ist es dann ok und tritt den Tag auch nicht mehr auf. Komme aber manchmal kaum aus der Halle. Gibts da irgendwo ähnlich Erfahrungen?

Pss.: hat jemand die Typbezeichnung der Stoßdämpfer für vorn von Alko parat, oder was baut ihr da so ein? Bilstein mit Passscheiben?

Beste Grüße soweit.
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Offline Toni

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #1 am: August 02, 2021, 22:39:32 »
Nabend,
Interessanter Bericht, gerade das mit den Federn..  ???
Stoßdämpfer habe ich Monroe V2105 drin und mir ein paar Scheiben lasern lassen, um auf die originale Breite zu kommen. Die gleich so groß, dass die Buchse abgedeckt ist und nicht seitlich raus Quellen kann.
Einen Vergleich zu originalen kann ich leider nicht machen, da mit denen die Federn trocken und sehr rostig waren.

Offline Хелмар

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #2 am: August 03, 2021, 16:50:18 »
Die Monroe Dämpfer sind ein guter Tip, danke Toni.

Da ich jetzt die gebrochenen Lagen ersetzen möchte brauche ich für die Blattfeder Angaben über die Sprengung (Biegung der Federlage). Habe dazu leider weder im WHB noch im ETK was gefunden. Kann hier jemand weiter helfen?
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Offline Toni

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #3 am: August 03, 2021, 17:03:13 »
Ich habe meine kaputten Lagen zum Federschmied gebracht und dazu gesagt: exakt so, wie die. Hat gut geklappt.

Offline Хелмар

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #4 am: August 03, 2021, 18:06:43 »
Hallo Toni,
ja das wäre natürlich am einfachsten. Aber hier im Berliner Raum hab ich leider (bisher) keine Bude gefunden die sowas macht. Bischhoff in Stassfurt kann die Lage liefern aber ich wollte mir es sparen die alten Federn dort hin zu schicken. Muß mal sehen ob man das vielleicht bei der alten Feder messen kann.
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Offline RoBi

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #5 am: August 03, 2021, 19:33:11 »
Hallo Хелмар,

beste Grüße vom Atlantik in West-Spanien!

Ja, Polen (eines der wenigen Länder, in denen die Einwohner wie das Land genannt werden) sind immer ein wenig mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr wert. Mache dort sehr gerne Urlaub, aber auch die besten Dashcam-Videos stammen von dort. Hier in Spanien schlafen die gefühlt ein beim Fahren. 110 auf der AP ist schon Raserei. Zu schnell Fahren aber auch teuer, wie ich lernen muste.

Zu den Federn.

Bereits zweimal ist mir ein Federauge vorne abgebrochen, beides DDR-Material. Bin mal testweise mit offenem Tunnel gefahren und war erschrocken, wie es die Federnpakete beim Bremsen verdreht. Ein wunder überhaupt, das die es aushalten. Hab aber am Allrad auch etwas größere Reifen als der Bus, somit noch mehr Drehmoment.

Weil ich es satt hatte, ständig mit der Angst von Federbruch zu fahren, ist mein vorderes Federnpaket ein wenig "modifiziert". Habe  GFK-Blattfedern vom Sprinter (von vorne, hat der Quer verbaut wie Trabi) unter die beiden oberen Lagen verbaut, entsprechend originale Blätter weniger. Ist etwas härter, aber hat seit paar Jahren problemlos gehalten. Ist etwas bastelei und war nicht einfach.

Will sagen, habe noch keine vernünftige Lösung gefunden, die man jemandem empfehlen kann. Das ganze Federnpaket müsste anders gebaut werden, vor allem eine starke Stützlage gegen das brutale Verwinden ist zumindest vorne nötig. Habe mal ein Symbolbild beigefügt, was ich meine.

Die Bremse ist bei mir ein Dauerthema. Was hab ich nicht schon alles modifiziert und verschlimmbessert. Immer, wenn ich denke, es ist okay, kommt wieder was neues als Problem. Es beginnt schon mit den leidigen steinalten oder schlecht nachproduzierten Gummiteilen. Aktuell fahre ich mir DOT5 (Mike Sander, anderen Herstellern traue ich nicht). Ist aber auch nicht 100 Prozent die Lösung, weil nicht Hygroskopisch. Schon ein verirrter Wassertropfen setzt sich unten ab und könnte Rost produzieren. Leitungen sind alle Stahlflex, keine Rohre mehr - außer das lange nach hinten. Würde ich nie wieder anders machen, weil bei Demontage viel einfacher. BKV ist der von mir beschriebene Taiwan-Import für Rover aus ebay, funktioniert klaglos.

Probleme treten auf, wenn ich schnell fahre. Bremse ist dann zu schwach. Okay, RoBi wiegt inzwischen 5 Tonnen kampfbereit und rennt über 120. Reisegeschwindigkeit ist aber 90-100. Ganz haarig wird es in den bergen, da muss ich runterwärts mitunter Pause einlegen, um abkühlen zu lassen. Merke es am notwendigen Nachpumpen, dass die Trommel kaum noch in die Felge passt.

Auch meine Experimente mit Bremsbelägen haben mich final wieder zu den bockharten DDR-Belägen geführt. Die von Dir geschilderte Problematik bei Nässe hatte ich auch - und es hat sich als kleine Abweichung zu einem exakten Rundlauf der Trommel herausgestellt. War nur ganz wenig, was der Schleifer rausgenommen hat, aber seit dem ist der Schrecken bei Nässe vorbei. Seitdem nie wieder Trommelwechsel ohne exakt geschliffen zu haben. Bei mir liegt auch noch das Spezialwerkzeug für Backen abdrehen, hab ich aber nie verwendet.

In meinem feuchten Träumen bekommt Robi vorne eine Scheibenbremse, und Luftfederung. Und wenn es ganz wild wird, beginn Projekt El-Lo.

Zum Anfang unserer Reise konnte meine Frau kaum schlafen, so heiß war es. Jetzt am Atlantik angekommen ist nasskaltes Herbstwetter angesagt. Endlich mal ein Grund, den Laptop zu öffnen und die  verschobene Arbeit zu erledigen oder durch die vielen tollen Bunker zu kriechen und Kanonen zu reaktivieren. Aktuell stehe ich standesgemäß vor einem Leuchtturm, der mit DEUTZ-Generatoren befeuert wird.

Grüße, Sven und RoBi

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Offline Хелмар

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #6 am: August 03, 2021, 22:15:13 »
ah sehr gut, na dann aber die Finger weg von den Ersatzteilen am Leuchtturm ;-)

Die Trommeln vorn sind ausgedreht, wenn dann ist es wirklich minimal. Trotzdem scheinen die Beläge ja zu quellen. Die neuen noch mehr als die Asbestdinger.

Ja die Verdrehung der Feder wird sie gekillt haben, meine ist auch am Auge gebrochen und die Gegenüberliegende dann mittig zwischen Briede und Auge. Naja ich versuche gerade Haupt und Fanglage zu organisieren und würde die dann instandsetzen.

Was hat du für Stoßdämpfer vorn drin? Auch vom Iveco abgeguckt?

Ansonsten hat uns Polen auch sehr gut gefallen, haben sogar noch zwei andere Robure getroffen
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Offline RoBi

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Re: Bremsen und Federn Erfahrungsbericht nach Reise durch Polen
« Antwort #7 am: August 03, 2021, 22:37:25 »
Iveco gibt es nix bei mir...

Nö, nach zig Experimenten wieder die originalen Robur Stoßdämpfer. Die von Amerika Monroe mit zusätzlicher Luftfederung hatten viel zu wenig Dämpfung, auch wenn die luftfederung genial war. Und die ist dann von FBZ von Monroe gab hatten genauso das Problem, es hat alles geschwungen nach jeder Bodenwelle. Wie das in Polen läuft muss ich Dir nicht erklären.

Meine Empfehlung ist, die Robur Dämpfer und gegebenfalls aufarbeiten lassen.

Grüße, Sven und RoBi
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