Robur - Forum

Diskussion => Allgemeines => Thema gestartet von: Surströmming am August 04, 2018, 13:17:24

Titel: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am August 04, 2018, 13:17:24
Hallo,
ich habe endlich einen neuen Bus.
Das Exemplar war für recht viel Geld in den eBay- Kleinanzeigen inseriert. Dennoch bin ich einfach mal hingefahren und habe ihn mir angeschaut. Die Bereifung ist neu und das Fahrzeug ist immerhin noch angemeldet und hat ein halbes Jahr TüV. Zugelassen ist er als Wohnmobil, wobei der Ausbau allerdings aus meiner Sicht Murks ist und komplett neu gemacht werden muß. Im Blech steckt auch noch ein ziemlicher Haufen Arbeit.
Nach einer Probefahrt machte ich dem Verkäufer dann ein realistisches Angebot, das er überraschenderweise spontan annahm.
Daher habe ich sofort zugeschlagen und den Bus dann gleich die 370 km von Thüringen nach Hause gefahren. Dummerweise hatte ich unterwegs noch eine Panne: Durch die Radkappe war mir nicht aufgefallen, daß die Hinterachse rechts undicht ist und schön die Felgen eingeölt hatte. Dabei muß Öl unter die Reifenwülste eingedrungen sein, wodurch die Decken gewandert sind und fast exakt gleichzeitig beide Ventile aus den Schläuchen gerissen haben. Da das nicht mit den kargen Bordmitteln zu beheben war mußte ich einen Pannendienst mit 2 neuen Schläuchen bemühen, was ziemlich viel Zeit gekostet hat. Bei einem Tankstop klemmte dann noch der Magnetschalter des Starters, was allerdings mit klopfen zu beheben war.
Es war dann schließlich nachts um zwei, als ich hier auf den Hof gerollt bin.
Überrascht hat mich der Verbrauch von lediglich 13,3l/100km.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/neuer_Bus.jpg)

Ich freue mich schon sehr auf's Basteln!

Parallel dazu überlege ich, was wohl die beste Zulassungsform ist:
-als Wohnmobil lassen?
-Bus mit H-Kennzeichen?
-Wohnmobil mit H-Kennzeichen wird wohl schwierig?

beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Luedi am August 04, 2018, 22:04:55
Moin,

na der sieht so doch ganz schick aus vom Foto her...

herzlichen Glückwunsch..

Ich weiß nicht ob es sinn macht als Bus anzumelden... Wegen Sp und so habe mal irgendwo gelesen das die ganz schön viele Sachen zu beachten haben und auch sehr oft zur Sp müssen.. Weiss aber nicht ob das abhängig vom Gesamtgewicht ist wie beim LKW zb. Ist das ja erst ab 10 tonnen..

Ansonsten ist mit H Kennzeichen natürlich billiger in den Steuern..

Aber wenn du ihn viel nutzt dann geht auch Womo Zulassung denke ich....

 jedenfalls hübscher Bus....

Gruß Luedi
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: womo am August 05, 2018, 11:13:34
Moin moin. Herzlichen Glückwunsch zum "neuen" Bus.
Viel Freude damit und halte uns gerne zwischendurch mit kleinen Bastelberichten auf dem Laufenden.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: torstenmw am August 06, 2018, 09:09:51
Moin Moin,
herzlichen Glückwunsch zu Deinen Schätzchen.
Zur Zulassung, wenn er als Womo zugelasen ist laß es so, oder Du hast mindestens den C1 Führerschein, dann kannst Du ihn als Bus mit 20 Sitzplätzen zulassen. Aber Du darfst nur solo fahren. Ein H-Kennzeichn bekommst Du auch für die Womo Zulassung.

Gruß Torsten aus Berlin
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am August 06, 2018, 13:22:23
Hallo, führerscheinseitig gibt es keine Probleme.
Die Frage ist nur, wie ich das anstelle, das Alter des Umbaues nachzuweisen. Die Wahrscheinlichkeit, daß er kurz nach der Wende erfolgt ist, ist ziemlich hoch, aber wie nachweisen? Was ist eigentlich das Mindestalter für den Umbau, wenn ich das "H" haben möchte?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am August 06, 2018, 15:08:49
Alles graue Theorie. Nimm einfach mal unverbindlich Kontakt zu deinem TÜV-Prüfer auf und fühle vor was so möglich ist. Vorher abgesprochen was geht und schon weist du ob dein H-Womo eine Chance hat.
Der eine bekommt es, der andere nicht...

Vg
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am August 07, 2018, 06:30:53
So, ich bin dann erstmal zweieinhalb Wochen weg, leider noch ohne Bus.
Danach wird losgeschraubt. :)

beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am September 16, 2018, 10:15:32
So, am 27. ist der Termin mit dem Sandstrahler. Bis dahin muß die Hütte sauber entkernt sein.
Zunächst habe ich den Himmel vorsichtig rausgenommen. Er muß ggf. noch als Muster für die Neuanfertigung herhalten. Darunter fand sich verrotteter Filz, der sich weitestgehend vom Blech gelöst hatte. Der Kleber läßt sich zum Glück leicht abschaben, so daß ich da schonmal gut vorarbeiten kann.
Überraschenderweise ist das Blech aber tatsächlich nur oberflächlich angerostet.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach.jpg)

Der meist komplett vergammelte Bereich um die oberen Fensterrahmen erwies sich als erstaunlich gesund. Jetzt weiß ich, warum:
Das Ganze wurde schonmal repariert. Die Vorgehensweise, einfach das verrostete Blech grob mit dem Schneidbrenner rauszunehmen und das Reparaturteil einfach draufzupappen entspricht zwar nicht meiner Vorstellung von ordentlicher Arbeit, aber auseinanderreißen werde ich das erstmal nicht. Ich denke, mit ordentlicher Konservierung wird das schon halten.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach_1.jpg)

Hier sieht man schön, wie das Kondenswasser runterläuft, um im Spalt der Fensterrahmen zu verschwinden und dort seine Arbeit zu verrichten.
Mal sehen, wie ich das in Zukunft vermeide. Ich glaube, ein Himmel aus atmungsaktivem Material, verbunden mit einer ordentlichen Dämmung und viel Konservierung dürften da Punkte bringen.
Die Frage ist, was dämmt und entdröhnt am Besten? Ich habe auch gewisse Bedenken bei geschlossenporigen Dämmaterialien - anderseits hat sich der originale Filz als dauerhaftes Feuchtbiotop erwiesen....

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach_2.jpg)

Weiterhin überlege ich noch, ob ich die Dachhutzen als ständige Feuchtigkeitsquelle einfach wegnehme und die Öffnungen verschließe.
Ich habe vorn ein großes originales Glashubdach und hinten über dem Bett werde ich noch eines einbauen. Das sollte eigentlich Belüftung genug sein.
Anderseits gehören die Lufthutzen zum originalen Erscheinungsbild. Mal sehen...
beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Flollmer am September 17, 2018, 19:50:22
Hallo Peter,


Glückwunsch zum Bus.
Wegen der H-Zulassung als Womo.


Der TÜV Süd hat mal einen Anforderungs Katalog für Oldtimer erstellt. In dem steht geschrieben das die Sonderzulassung als Womo min 20 Jahre als sein muss um H fähig zu sein.
Im Anhang die PDF.

Hier bei mir in Thüringen war das dem TÜV ganz egal. Der hat gesagt das funktioniert in der Kombination nicht.
Bei der Dekra sieht das anders aus.
Der Prüfer möchte das ich die Optik von Außen original lasse und den inneren Umbau Zeitgenössisch gestallte. Also Materialien aus der Zeit des Baujahres + 10 Jahre.
Kühlschrank und co kann neuer sein.

Halt uns auf dem laufenden wie es bei dir weiter geht.
Bin sehr gespannt.


MfG
Florian
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Flollmer am September 17, 2018, 19:51:35
Was für ein Baujahr ist der Bus?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am September 21, 2018, 09:19:35
Hallo,
der Bus ist Baujahr 1971. Ich habe einen alten Brief dazu, aus dem hervorgeht, daß er seit mindestens 20 Jahren als Wohnmobil angemeldet ist.
Ich habe mal alle Papiere, die ich habe, in den Bus gelegt und bin damit zum DEKRA- Prüfer gefahren, um mit ihm ein gründliches "Vorgespräch" zu führen. Das erwies sich als sehr gute Idee: Wir konnten relativ schnell alle Unstimmigkeiten ausräumen und dem "H" steht nach der Restaurierung trotz Wohnmobilausbau nichts mehr im Wege, zumal der Ausbau sich nicht sehr vom bestehenden unterscheidet, nur eben ordentlicher erfolgen soll. Und auf eine weitestgehend originale Busoptik lege ich sowieso großen Wert.

Jetzt hoffe ich inständig, daß am kommenden Donnerstag gutes Wetter ist. Da kommt nämlich der Sandstrahler und nimmt sich die Karosse vor.
Ich rechne mit einigen unschönen Überraschungen. Hier mal als Beispiel die vordere linke Ecke des Hochdaches:

Vorgefundener Zustand:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dach-oben.jpg)


Das Ganze von unten:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dach-unten.jpg)


Nach Entfernung eines halben Kilos Spachtel:


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dach-weg.jpg)

Eigentlich wollte ich mir die Arbeit immer sparen, aber es scheint tatsächlich keinen Bus ohne heftige Rostschäden mehr zu geben.

Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Oktober 20, 2018, 14:50:25
Momentan geht's mir nicht so besonders, weshalb die Arbeiten recht schleppend vorangehen.
Was inzwischen geschah:
Der Bus wurde an allen strategisch interessanten Stellen gestrahlt - mit recht ernüchterndem Ergebnis:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/gestrahlt.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/gestrahlt_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/gestrahlt_3.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/gestrahlt_4.jpg)

Ich war ja auf schwere Rostschäden vorbereitet, aber das da ganze Partien fehlen hatte mich dann doch etwas überrascht. Aber was soll's: Man findet scheinbar einfach nichts besseres und es sollte unbedingt ein B21 werden. Also frisch an's Werk:

Zunächst wurde alles blanke Blech, welches erhalten bleiben soll mit Brantho Korrux nitrofest grundiert.

Dann wurden Reparaturbleche in der passenden Form und Wölbung angefertigt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Hochdach_4.jpg)

Der Rand des Hochganges mußte rundherum einmal neu:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Hochdach.jpg)

Schweißprimer drauf, die Bleche nacheinander unter das Hochdach geschoben und ordentlich verschweißt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Hochdach_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Hochdach_3.jpg)

Immerhin regnet es schon nicht mehr rein. ;)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am Oktober 21, 2018, 23:55:19
Das ist ja heftig. Respekt dafür an dem Projekt weiter zumachen.

Vg
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: ulli am Oktober 22, 2018, 09:18:11
oh,oh na dann mal gutes gelingen.

ich hab mein auch gestrahlt aber so sah er dann doch nicht aus.

man muss auch Ziele haben...  es wird schon
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Oktober 22, 2018, 11:57:42
Danke für die Ermutigungen!  Irgendwie finden mich solche Sachen immer. Meine Werkstatt: Bei Kauf abbruchreif, 4 Jahre allein saniert. Mein erstes Motorrad: von 1944 bis 1994 unter der Erde vergraben gewesen. Mein erstes Viertaktauto: für eine Mark mit wirtschaftlichem Totalschaden gekauft und als Lehrling wieder zusammengedengelt.
Wer meine älteren Forenbeiträge hier liest wird sehen, daß ich diesmal auf der Suche nach einem überschaubarerem Projekt war - aber es gibt scheinbar kein Entrinnen für mich. ??? :D

Aktuell grüble ich, wie ich mit meinen Möglichkeiten am Besten die quasi nicht mehr vorhandene vordere Dachecke hinbekommen kann.
Zunächst durfte mein Sohn ein paar Lagen Klebeband draufpappen...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachecke.jpg)

Das Ganze wurde vorsichtig abgepult, eingeschnitten, bis es flach war, auf Blech übertragen und ausgeschnitten:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachecke_2.jpg)

Dann gedengelt, geschweißt, gedengelt, geschweißt...(wird fortgesetzt)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachecke_3.jpg)

Zugegeben ist das nicht sehr professionell, aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. :?

PS: Mal noch eine ganz andere Frage:
Die Mittelsäule zwischen den Frontscheiben muß ich zwecks Nachfertigung herausnehmen. Bei dieser Gelegenheit könnte ich eine große Siebdruckplatte als neuen Fußboden einfädeln.

Was haltet Ihr von der Idee?
Wie stark verwindet sich die Karosse?
Reißen mir da die Befestigungsschrauben der Platte raus?
Welche Stärke sollte ich nehmen? Reichen 18mm?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Oktober 26, 2018, 14:51:32
Draußen ist Dreckswetter und an Schweißarbeiten nicht zu denken.
So lange übe ich mit meinem neuen Stauch/Streckgerät und werde übers Wochenende die ganzen Fensterecken anfertigen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/strecker_2.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am Oktober 26, 2018, 18:58:06
Respekt und Anerkennung!
Man wächst mit seinen Aufgaben, was.

Hab zwar keine Ahnung vom Bus, ich würde die Siebdruckplatte einfädeln. Teilen kann man sie notfalls immer noch.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Flollmer am Oktober 29, 2018, 12:51:30
Oh ha   ???

Das ist ja wirklich ne Menge die da aufgetaucht ist.
Bei mir geht´s erst nächstes Jahr los. Ich bin ja mal gespannt was mich da erwartet...


Zum Fußboden:
Ich hab es in Erwägung gezogen ein Verzinktes Blech einzubauen und darauf Styrodurolatten zu verlegen. Anschließend nen Klickvinyl drauf und fertig. Ich denke das bringt beim fahren auch eine gute Schallisolierung.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am Oktober 29, 2018, 13:33:44
Wie stark verwindet sich denn der B21 überhaupt? Der Rahmen ist ja wesentlich steifer als der normale LO-Rahmen.
Für die Möbelmontage und Versteifung des Bodens dürfte eine 18mm Siebdruckplatte kaum zu übertrefffen sein.

Teilen kann man sie notfalls immer noch.

Die Frage ist, ob zwei oder drei Segmente dann besser sind. Die Verwindung würde sich dann an den Plattenstößen abarbeiten, da die Segmente selbst steif sind. Bei normaler Bretterung ist wesentlich mehr Raum (Fugen) vorhanden um Spannungen verschwinden zu lassen. Ich sehe das also nicht so einfach zu korrigieren, falls es mit der großen Platte nicht funktionieren sollte.

Zum Fußboden:
Ich hab es in Erwägung gezogen ein Verzinktes Blech einzubauen und darauf Styrodurolatten zu verlegen. Anschließend nen Klickvinyl drauf und fertig. Ich denke das bringt beim fahren auch eine gute Schallisolierung.

Sicher, dass das steif genug für den fahrbetrieb ist?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Хелмар am Oktober 29, 2018, 22:53:38
Wenn dann würde ich die Platte in einem Stück einbauen. Die Fugen würden vermutlich zu Verwerfungen im Betrieb führen, da der Aufbau doch merklich arbeitet. Das gleichen die originalen Bretter mit den Fugen natürlich gut aus. Ich habe darüber damals eine Schicht OSB Platten gelegt und bisher keine Probleme (seit 12 Jahren) also sollte das mit Siebdruckplatte schon gehen. Allerdings würde ich ne dickere nehmen 22 oder so. Zinkblech darunter kann man machen, ist aber wenig sinnvoll, weil der Boden der "frei" zugänglich ist von unten relativ gut geschützt ist vor Spritzwasser und dergleichen. Es wäre nur wieder eine zusätzliche Fuge, in der sich Feuchtigkeit monatelang halten kann.

Ps.: Styrodur und solche Materiealien würde ich nicht unbedingt im Fußboden verbauen und Schalldämmen wird es auch nicht, weil es zu geringe Masse hat und eingespannt ist zwischen Boden und Laminat. Solche Materialien sind nicht für den Einbau im Fahrzeug vorgesehen und würden bei den dauernden mechanischen Belastungen wahrscheinlich vorzeitig ausfallen. Das Risiko wäre mir einfach zu groß, daß ich den Boden nach 5 Jahren wieder raus reißen muß.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Oktober 31, 2018, 15:07:14
sind die osb längs oder quer verbaut? und verleimt?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 02, 2018, 10:14:21
Erstmal mußte jetzt ein provisorischer Wetterschutz her:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/zelt.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/zelt_2.jpg)

Dann habe ich überlegt, wie der zukünftige Radioeinbauort aussehen könnte. So richtig Platz ist da ja nirgendwo.
Eine kurze Zeit habe ich darüber nachgedacht, das Handschuhfach zu opfern, aber da komme ich während der Fahrt gar nicht ran, weil der riesige Mitteltunnel im Wege ist.
Der ursprüngliche Zustand sah so aus:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/radioschacht.jpg)

Der Überstand ist nötig, damit das Radio von der Tiefe her reinpasst. (Wenn man auf das CD-Laufwerk verzichtet gibt es ja inzwischen Radios, die nur noch 6cm tief sind. Leider habe ich aber keines gefunden, welches fernbedienbar ist und DAB+ hat.)

Unter dem Schacht hat jemand ein riesiges Loch gewühlt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/krater.jpg)

Ich habe gestern dann dieses Teil hier gebastelt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/radioschacht_neu.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/radioschacht_neu_1.jpg)

Das ist nicht sehr elegant, aber zumindest entspricht es ungefähr den zeitgenössischen Einbauten.

Wie ist das bei Euch gelöst?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am November 02, 2018, 12:25:44
Kenn ich ähnlich bei Bussen, wobei die alten Radios halt meistens weniger Raum als der Din-Schacht brauchten.

Hätte des Werk damals die Umgestaltung des Innenraums durchziehen können wie es die Muster zeigen, dann wäre der Radioschacht an ähnlicher Stelle bei allen LOs serienmäßig gewesen - allerdings hätte dann das Armaturenbrett sowieso vollkommen anders ausgesehen.
Für den LD3004 gab es einen Aufbau auf der Verlängerung des Mitteltunnels, den hat der Bus ja aber nicht.

Es gibt inzwischen auch so Retro-Look-Alike-DAB+ Radios, wenn man unbedingt auf die Optik steht, aber ob sich der Preis lohnt und die Dinger was taugen - keine Ahnung.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Хелмар am November 02, 2018, 12:53:55
Der Schacht fürs Radio ist doch sehr schön geworden. Ich hab es bislang so ähnlich gehabt und letztendlich jetzt ein Radio mit weniger Einbautiefe verwendet. Die gibt es mit ein bisschen suchen, haben aber in der Regel kein CD Fach, also nur Radio oder AUX in /USB was für mich ok war. Der Originalschacht sieht sehr ähnlich aus.

@Norbert, die OSB sind bei mir quer eingebaut, nicht verleimt mit dem Holzboden verschraubt. Mir ging es damals hauptsächlich um eine glatte Oberfläche für den Fußbodenbelag.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 02, 2018, 13:27:37
Als Fußboden werde ich nun eine 18er Siebdruckplatte nehmen und in einem Stück einbauen.
Wegen Dämmung habe ich hin und her überlegt und werde beim Fußboden darauf verzichten. Wir werden den Bus fast nur im Sommer verwenden und wenn es doch in der Übergangszeit mal etwas kühler ist, dann läuft eben die Heizung etwas mehr.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am November 02, 2018, 17:22:08
Hätte des Werk damals die Umgestaltung des Innenraums durchziehen können wie es die Muster zeigen, dann wäre der Radioschacht an ähnlicher Stelle bei allen LOs serienmäßig gewesen - allerdings hätte dann das Armaturenbrett sowieso vollkommen anders ausgesehen.
Für den LD3004 gab es einen Aufbau auf der Verlängerung des Mitteltunnels, den hat der Bus ja aber nicht.

beim 3004 unter der internen Bestellbezeichnung "Radiokonsole - Lakowa", weiteres ist nicht bekannt, war leider bereits 1995 nicht mehr lieferbar....
...und ja, geht nicht beim bus, dafür wäre das höhere dach doch für ein fach ähnlich den modernen lösungen geeignet
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 10, 2018, 23:00:37
So, die elende vordere Dachecke ist fertig. :D
Nun geht es entgegen dem Uhrzeigersinn um die Dach- Tür- und Fensterrahmen. Die unteren 5cm des Dachbleches müssen einmal rundherum neu. Das sich darunter befindende Profil ist ebenfalls weitgehend mürbe, genauso wie die äußere Hälfte des oberen Türrahmens und die erste Fensterecke.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachkante_1.JPG)

Also wurde erstmal die Außenhaut des Türrahmens erneuert und dann alles vergammelte Material aus dem Fensterrahmenbereich herausgetrennt.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachkante_2.JPG)

Danach wurde die tragende Struktur sorgfältig wieder aufgebaut, die Fensterecke angefertigt und die fehlenden 5cm Dach mittels eines abgesetzten Bleches wieder hergestellt.
Beim Türrahmen sieht man deutlich, daß meine Abkantbank etwas zu kurz ist und ich das Teil um 5cm verlängern mußte.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachkante_3.JPG)

Auf diese Weise geht es jetzt einmal rundherum um das Dach...
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: womo am November 11, 2018, 17:26:44
Alle Achtung. Saubere Arbeit. Ich freue mich schon das mal live zu sehen. Grüße Steffen
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 11, 2018, 19:03:07
Danke! :)
Heute konnte ich draußen keinen Krach machen. Daher habe ich in der Werkstatt einige Blechteile für die nächsten Tage vorbereitet.
Zunächst die äußeren Hälften für den Dach- Längsträger:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Profile.jpg)

Hier mußte sehr genau gearbeitet werden, damit die Teile, die teilweise im Sichtbereich liegen und auf Stoß verschweißt werden müssen, auch ein ordentliches Bild abgeben.
Weiterhin liegen noch 2m Dachkante und 10 Fensterecken für morgen bereit.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/vorbereitet.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am November 11, 2018, 20:10:21
wow, alle Achtung! damit kannst du glatt in die serienproduktion gehen
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 14, 2018, 17:26:42
Danke! :)
Ich bin nun auf der linken Seite bis zum hinteren Eckfenster vorgedrungen. Dort kam gleich mal eine der Fensterecken rein und die Außenhaut wurde großflächig erneuert.
Die großen Überlappungen der Außenhaut sowie die Bördelung im Fensterbereich entsprechen dem Originalzustand. Ebenso die Schweißnaht quer über die Säule. Wenn die Außenlackierung drauf ist, dann wird dieser Bereich in Wachs ersäuft. :D

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/E-Saeule_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/E-Saeule_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/E-Saeule_3.jpg)

Morgen kommt der im Prinzip vollständig weggegammelte Heckscheibenrahmen dran. Ich habe ein etwas mulmiges Gefühl dabei, da dort mehrere relativ kompliziert gekantete Teile über die gesamte Länge gleichmäßig und passend gewölbt werden müssen. Mal sehen, wieviel Schrott ich da produziere.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: petermann15 am November 14, 2018, 18:50:31
Sieht gut aus-saubere arbeit!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am November 14, 2018, 18:59:51
Respekt und Anerkennung! Geht aber auch flott voran bei dir!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Flollmer am November 15, 2018, 06:13:09
Respekt!!!  ???
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 15, 2018, 16:38:53
Danke! :)
Heute habe ich angefangen, den Rahmen der Heckscheibe nachzufertigen. Die Aktion hat sehr viel Zeit gekostet, da das Ganze nach allen Richtungen gewölbt ist und die Scheibe hinterher noch passen soll.
Zunächst wurde die Dachhaut geöffnet, um das ehemals tragende Kastenprofil freizulegen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/hinten_geoeffnet.jpg)

dann habe ich aus einem Brett eine Radienlehre gebaut:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/radienlehre.jpg)

die Hälften des Kastens angefertigt und die Wölbung angepasst:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/woelbung.jpg)

und die Sache Stück für Stück aufgebaut:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/fensterrahmen.jpg)

Morgen geht es weiter.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am November 15, 2018, 17:15:39
 ??? Würde man die Arbeitsstunden verrechnen...

Falls wiedereinmal jemand fragt was ein Robur-Bus in gutem Zustand kosten darf und warum die so teuer sind, dann kann man einfach hierher verlinken.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Luedi am November 15, 2018, 19:23:27
Hallo,

Respekt das du dir das antuhst..... Wenn du mal fertig bist hast du wohl fast die ganze Karosse neu gebaut....
Ich hätte mir das nicht zugetraut und wahrscheinlich aufgegeben...
Gruß Luedi
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 16, 2018, 08:44:31
Tja, so richtig scharf war ich auf diesen Haufen Arbeit nicht. Letztendlich hatten aber alle, auch die teuren Busse, die ich mir angesehen habe, mehr oder weniger schwere Rostschäden.  Daß es hier so extrem wird habe ich nicht gedacht.
Nun muß ich da durch und aufgeben ist nicht, zumal ich ja auch an den WAF* denken muß. Ich tröste mich damit, daß die Kiste wenn sie fertig ist vorläufig keinen Ärger mit dem Blech machen wird. Abgesehen davon beginnt es mir sogar Spaß zu machen.

Es macht Freude zu merken, wie der Bus jeden Tag "fester" klingt, wenn man mit der Faust draufhaut. Das "dröhnige" von Dach ist fast weg. Vielleicht liegt es daran, daß ich viermal soviele Schweißpunkte wie original setze. Ursprünglich waren flächige Blechteile nur ca. alle 10cm angeschweißt..



*Der WAF (https://de.wikipedia.org/wiki/Woman_acceptance_factor) ???
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: coolaf am November 16, 2018, 20:02:33
Top arbeit, auch meinen größten Respekt.
Diese Blecharbeiten wären mein Tod gewesen. Mechanik gerne, Blech= Katastrophe.
Viel Erfolg und weiter so.
Gruß Olaf
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Phaeno am November 16, 2018, 21:20:40
Tolle Arbeit, kann ich gut nachvollziehen, ich habe mir am Hardtop vom Warthburg Sport mal schier einen abgebrochen, bis der untere Scheibenrand wieder die alte Form hatte.
Jetzt kommt der Robur in das alter und den Wert das ihn restauriert, und nicht mehr einfach auf den Schrott stellt. ich habe keine geeignete Werkstatt, deshalb fahre ich nur noch Pritschenwagen....
Gruß
Michael
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 17, 2018, 22:27:21
Puh, heute habe ich den ganzen Tag damit verbracht, die Dachhaut hinten wieder zu zu bekommen. Ein Job für Gesichtstätowierte!  :mad:
Mir ist schon vor ein paar Tagen beim Auftrennen aufgefallen, daß das Dach bei einer der zahllosen vorhergehenden Reparaturen unter ziemlicher Spannung aufgesetzt wurde. Das schmiß solche Falten, daß es mir fast die Trennscheibe zerstört hätte. Bis ich die Verwerfungen raus und das Blech zur Ruhe bekommen hatte wurde es dunkel...
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am November 19, 2018, 10:05:24
alle achtung - und wie schon gesagt, wenn du fertig bist, weißt du wie´s geht und machst ne serienproduktion für Buskarossen....duckunwech
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am November 22, 2018, 10:43:10
Um ehrlich zu sein haben die Blecharbeiten inzwischen ziemlich ihren Schrecken für mich verloren.  Ab Dezember scheide ich aus meinem bisherigen Job aus und werde wohl über kurz oder lang in die Selbständigkeit gehen. Da könnte ich mir durchaus vorstellen, auch hin und wieder mal an einem Bus zu schweißen...


So sieht inzwischen der hintere Fensterrahmen aus:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/hinten_fertig.jpg)

in die Ecke des Seitenfensters habe ich leider eine kleine Macke gehauen. Die muß dann eben gespachtelt werden.

Gestern habe ich noch ein paar Endspitzen zurechtgeklopft:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/endspitze_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/endspitze_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/endspitze_3.jpg)

Man sieht, daß die Kante im Bereich des Radius etwas schmaler ist. Das erleichtert das Umbördeln und war auch schon ab Werk so.
Heute geht's weiter mit Schweißen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 05, 2018, 09:12:23
So, endlich geht's weiter!
Diesmal habe ich mir diesen Bereich hier vorgenommen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/seitenteil_1.jpg)

Erstmal Dachhaut und Fensterrahmen aufgemacht:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/seitenteil_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/seitenteil_3.jpg)

Lecker. Der Fensterrahmen besteht aus zwei Tiefziehteilen, die per Widerstandspunktnaht verschweißt sind. Wie baut man sowas am Besten nach?
Versuchen wir es mal in Einzelteilen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/seitenteil_4.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/seitenteil_5.jpg)

Ob das eine gute Idee war, wird sich demnächst zeigen.  ??? Ich habe allerdings keine Ahnung, wie ich das sonst realisieren könnte...
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 16, 2018, 23:37:48
Irgendwie macht es draußen gerade keinen richtigen Spaß - oder ist es die allgemeine winterdepressionsbedingte Motivationsinsuffizienz?
Wie dem auch sei: zwischendurch habe ich mich in der Werkstatt mal um die Anhängerkupplung gekümmert. Diese fehlte bei meinem Bus leider. Da es die einzige sinnvolle Art ist, einen Fahrradträger ohne dauerhaftes Ruinieren der Optik des Buses zu montieren mußte eine her.
Freundlicherweise wurde mir ein Exemplar geborgt, welches ich dann 1:1 replikieren konnte.
Interessant ist übrigens, wie katastrophal die Schweißnähte des Originalteiles aussehen: Hauptsächlich Luft und Schlacke.  ??? Vermutlich kamen die Teile aus der Lehrwerkstatt.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ahk_1.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ahk_2.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ahk_3.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ahk_4.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ahk_5.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: msTrabant am Dezember 17, 2018, 07:40:21
Sieht gut aus. Wie hast du den Grundkörper hergestellt?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 17, 2018, 09:26:52
Der Grundkörper besteht aus 8mm- Blech (Grundplatte) und 5mm- Blech (Rest). Das Oberteil wurde auf einer hydraulischen Abkantmaschine in einem Metallbaubetrieb abgekantet. Dann habe ich die Buchse für den Kugelkopf gedreht, welche etwas größer als das Original ist, weil die heutigen Kugelköpfe mit Prüfzeichen einen dickeren Schaft als das Original haben. Anschließend habe ich alle Löcher gebohrt und das Ganze mit MAG verschweißt.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Flollmer am Dezember 17, 2018, 09:47:43
Saubere Arbeit.  :exclaim:
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: mirkanic12 am Dezember 17, 2018, 15:54:45
Also tolle Arbeit...aber... Soweit ich weiß kannst Du die bei Anton immer noch neu kaufen...aber noch wichtiger....der Bus hat einen sehr langen Überhang...in Verbindung mit den tollen Blattfedern wirken brutale Kräfte auf einen Fahrradständer...hatte ich auch so vor...aber es haben sich laut Forum schon mehr als nur ein Fahrradträger samt Fahrräder auf einer Schnellstrasse/ Autobahn verteilt. Ich habe davon wieder Abstand genommen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 18, 2018, 12:18:21
Oh, das wäre ja unschön, wenn sich da die Halterungen für den Fahrradträger auflösten.
Hast Du mal einen Link zu so einem Erlebnis? Ich habe da nichts gefunden. Würde gern mal analysieren, was da genau passiert ist und ggf. von vornherein konstruktive Gegenmaßnahmen ergreifen.
Danke und beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Dezember 18, 2018, 19:34:37
vermute ganz einfach, das die schwingungen zu groß für die Haltefähigkeit dieser Kugelkonstruktion sind
ich habe selbst beim PKW da kein gutes gefühl und lasse so etwas....

außerdem ist doch die kugel bei dir durchgeschraubt - könnte sich durch seitenschwingungen da evtl. die verschraubung lockern?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 19, 2018, 09:55:48
Um ehrlich zu sein ist mir die Klemmbefestigung ausschließlich auf der Kugel auch suspekt. Aber was wäre die Alternative, ohne den Bus zu verschandeln? So wie das aussah, als ich den Bus gekauft habe kann es nicht werden.
Vielleicht muß ich doch zusätzlich 2 kleine Zurrösen in die Rückwand einsetzen, obwohl ich es eigentlich unbedingt vermeiden wollte.
Über die Verschraubung der Kugel selbst (in meinem Falle M22) mache ich mir da keine Gedanken. Sowas kann man 100%ig sichern.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 19, 2018, 11:09:50
Weil zwischendurch immer Mistwetter ist habe ich mich mal weiter um das Armaturenbrett gekümmert.  Es mußten diverse kleinere Vibrationsrisse geschweißt und sauber verschliffen werden. Mit Spachtelmasse traue ich mich nicht an das hauchdünne Flatterblech ran.
Blöderweise hatte der Vorbesitzer das gesamte Teil mittels doppelseitigem Klebeband mit Teppich überzogen und nun fingen die Probleme an: Das Gelumpe runter bekommen und noch viel schlimmer, den Filler draufzusprühen. Vermutlich durch das Klebezeug habe ich eine Kraterbildung, die nicht in den Griff zu bekommen ist. Versucht wurde Naßschleifen mit klarem und mit Fitwasser jeweils bis auf's Metall, Aceton, Bremsenreiniger, Nitrowaschverdünnung...nix. Die Krater kommen immer wieder! Was soll ich machen? Ich war schon kurz davor, das Ganze mit dem Brenner zu bearbeiten. Aber wenn ich mir bei dem hauchdünnen Blech Gefügeveränderungen einfange habe ich die Arschkarte in Platin. :x

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/kraterlack.jpg)

Während der Trocknungsphasen war das Handschuhfach dran. Es besteht aus fester Pappe mit einer lederartig geprägten Oberfläche. Auch hier war alles durch Kleberspuren versaut und das gesamte Teil völlig verquollen, so daß ich mich entschied, es aus Blech nachzufertigen. Zunächst hatte ich Bedenken wegen der Sicherheit im Falle eines Auffahrunfalles (Gurte gibt es ja nicht), aber die Knie sind weit genug weg davon und im Falle des Falles landet man wohl eher darunter. So habe ich dann das Fach aus 3 Teilen zurechtgekantet und eingepaßt. Geschweißt wird es erst heute, da es gestern spät wurde und ich aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht schweiße, wenn ich gleich danach die Werkstatt verlasse.


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/handschuhf_pappe.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/handschuhf_blech.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Хелмар am Dezember 19, 2018, 13:54:39
ja das ist übel mit den Poren im Lack, du hast ja schon allerhand "scharfe" Reiniger genommen. Ich würde evtl. nochmal versuchen die Flächen bis aufs Blech runterzuschleifen und mehrfach mit silikonentferner zu entfetten. Was benutzt du für Füller? Ich habe mit 2K Grundierfüller bei schwierigen Untergründen sehr gute Erfahrungen gemacht. Er hat auch eine gute Absperrwirkung zum Untergrund hin.

Das mit dem Schweißen handhabe ich im Übrigen genau wie du und das Armaturenbrett ist von der Materialstärke her echt grenzwertig.

Für den Fahrradträger habe ich auch schon mehrere Varianten gedanklich durchgespielt. Erfahrungen zu den Kupplungsträgern kann Ulli liefern. Eine mögliche Variante, die ich aber auch noch nicht realisiert habe ist an den Rahmen hinten einen kleinen Hilfsrahmen anzubauen, der aus der Öffnung fürs Reserverad schaut. Darauf kann man dann einen handelsüblichen Fahrradträger anbauen, der für Wohnmobile oder als Deichselträger für Wohnwagen angeboten wird oder, selbst was bauen. Bei Nichtverwendung wird der Hilfsrahmen dann mit Fahrradträger komplett demontiert. Da kann man sich bestimmt auch noch was mit Schnellverschlüssen überlegen oder dergleichen.

Prinzipiell vollführt das Heck aber schon ordentliche Bewegungen, die letzte Achse ist über 2m entfernt. Das ist ein gewaltiger Hebel, wenn man mal in Norwegen so einen schönen "Fahrthinder" übersehen hat  ;)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 19, 2018, 14:09:31
Das ist ein gewaltiger Hebel, wenn man mal in Norwegen so einen schönen "Fahrthinder" übersehen hat  ;)

Das glaube ich. Auch seitlich: Bei der Überführungsfahrt mußte ich mich erstmal daran gewöhnen, wie weit das Heck ausschwenkt. Wenn mich jemand dabei beobachtet hätte, wie ich das erste Mal rückwärts in meine Einfahrt gefahren bin, dann hätte der mich wohl für bescheuert gehalten. :D
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: womo am Dezember 19, 2018, 15:02:41
 Vermutlich durch das Klebezeug habe ich eine Kraterbildung, die nicht in den Griff zu bekommen ist. Versucht wurde Naßschleifen mit klarem und mit Fitwasser jeweils bis auf's Metall, Aceton, Bremsenreiniger, Nitrowaschverdünnung...nix. Die Krater kommen immer wieder! Was soll ich machen?

Moin Peter
So wie es auf den Bildern aussieht, sind deine "Krater" einfache Fettrückstände.
Lösungsansatz: runterschleifen bis auf das Blech, nochmals reinigen und trocknen lassen. Dann mit Silikonentferner/Entfetter (degreaser - lesonal) 2x sauber wischen mit feinen sauberen Tüchern oder Küchenrolle oder vergleichbar. Wenn das abgelüftet ist, dann mit 2K Epoxigrund bei mindestens 15 Grad konstanter Temperatur und Werkstofftemperatur 2x grundieren.

Grüße Steffen
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Dezember 20, 2018, 14:02:02
...wow, da sprach der Meister!

zum Fahrradträger: könnte man nicht einen massiven "Überzieher" bauen, der auf den Kupplungsträger ohne Kugel aufgeschoben und dort dann verschraubt wird,
ähnlich dem ami-system, bei denen steckt es bloß in dem vierkantrohr.......
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Dezember 21, 2018, 09:11:55
Danke!
Fett ist es mit Sicherheit nicht. Das Ganze wurde mehrmals bis aufs Blech runtergeschliffen und mit mehreren stark fettlösenden Mitteln bearbeitet. An der Stelle sind vom Vorbesitzer noch tiefe Schleifriefen im Material, in denen noch entweder Reste vom Kleber des Klebebandes drin sind oder es handelt sich um Silikon.
Ich muß heute in die Stadt und sehe mich mal nach dem empfohlenen Silikonentferner um.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: mathias172 am Dezember 22, 2018, 08:36:45
Also wenn deine Krater nicht immer nur an der selben Stelle auftauchen, dann mal ein ganz blöder Fehler, den ich gemacht habe - und ich lackiere auch nicht zum ersten Mal.

Ich habe alles gereinigt, Pistole gespült usw aber aus Faulheit zum Aufrühren des Lackes einen Plastiklöffel genommen, den man ja dann wegwirft. Vollkommen idiotischer Fehler aber so ist das manchmal mit der Betriebsblindheit.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 04, 2019, 12:37:13
So, nachdem wochenlang fast nichts passiert ist habe ich gestern die Außenhälfte des letzten Seitenholmes vorgefertigt.
Dazu habe ich sage und schreibe zweieinhalb mal das gleiche Werkstück für die Tonne gebaut, weil spiegelverkehrt. Manchmal glaube ich, langsam kriege ich 'ne Macke. :evil:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/scheisse.jpg)

Hier die vorbereitete Holmhälfte. Das Ding ist auch wieder per Lochpunktnaht verschweißt. Da die Überlappung hier in einem besonders kritischen Bereich liegt überlege ich, das Ganze zusätzlich noch mit Zinn zu fluten. Die Frage ist nur, was ich da als Flußmittel verwende. Es muß auf jeden Fall chlorfrei sein.
Ob in Aceton gelöstes Kolophonium (was ich immer zum Löten an Elektrik verwende) auch für verzinktes Blech taugt? Hat wer bessere Empfehlungen?

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holm.jpg)

Den Krieg mit dem Armaturenbrett habe ich inzwischen für mich entscheiden können. Bilder reiche ich nach.

beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Februar 04, 2019, 16:46:53
sprich mal mit nem dachklempner, die löten doch zinkblech....
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 05, 2019, 09:43:17
Die Dachklempner löten kaum noch sondern gloddern hauptsächlich mit Silikon rum.
Wenn sie mal löten verwenden sie salzsäurehaltiges Flußmittel, was in ihrem Fall auch in Ordnung ist, weil ja kein Eisen im Spiel ist.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 07, 2019, 13:22:08
Danke, mal gucken.
Gestern nun wurden die beiden Hälften des Holmes fertig und aneinander angepaßt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/aussenholm.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holmgesamt.jpg)

Erst wird alles mit einer genau passenden Spanplatte sorgfältig ausgesteift. Dann werden die Hälften einzeln eingesetzt, damit Verformungen des Scheibenrahmens möglichst komplett vermieden werden:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ausgesteift.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/einpassen.jpg)

Dann wurde es zu dunkel zum Weitermachen. Nachher gehts weiter.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am Februar 07, 2019, 13:27:22
Respekt und Anerkennung für die Arbeit und das Durchhaltevermögen!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am Februar 08, 2019, 12:26:20
Mensch, ich mach mir gedanken um die Schweißerei, weil Einstiege und Ecken vorn faul sind und du baust nen halben Bus neu.. RESPEKT! Tolle Arbeit, gefällt mir sehr gut.
Gut Stunden und Kosten notieren und am Ende ins Wertgutachten einfließen lassen ;) Nur für den Fall, der nicht eintreten soll.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 08, 2019, 21:49:58
Danke. :)
So, die Außenhälfte ist drin. Nun muß innen erstmal eine schweißbare Umgebung hergestellt werden:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holmoffen.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holmzu.jpg)

Dann kam die Innenseite rein.
Die Sache mit dem Zinn habe ich mir nochmal überlegt und lieber Stahl genommen: :D

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/eingebraten.jpg)

Das Ganze verschliffen und grundiert:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/angemalt.jpg)

Morgen muß ich nochmal mit dem Wagenheber bei und ein paar kleinere Richtarbeiten machen, weil sich das Ganze doch etwas verzieht beim Schweißen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 10, 2019, 12:35:21
Obwohl ich wirklich sorgfältig vorgegangen bin war schon vor dem Durchschweißen der Nähte abzusehen, daß Richtarbeiten nötig werden würden. Ich habe dann noch einige Zeit mit Kanthölzern, Klötzen und einem Wagenheber zugebracht.
Doch nun ist diese ewige Baustelle am Fenster
fertig! :)
Die beiden nächsten Seitenfenster sind nur oben durch und schnell gemacht. Alle Längsträger sind aus 1mm starkem Material, was ich auch für die Neuteile verwende. Der eigentlich geringe Unterschied zwischen 0,88 und 1mm macht sich beim Schweißen schön bemerkbar. Macht sich viel besser.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/fensterrahmen_fertig.jpg)

Den Krieg mit dem Armaturenbrett konnte ich inzwischen auch für mich entscheiden und reiche mal ein Bild nach:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/armaturenbrett_fertig.jpg)

Das hätte ruhig etwas matter werden können, weil man durch den Glanz jegliche Unebenheit sehr deutlich sieht. Letztendlich ist das aber original so und Spachteln fällt bei so einem flatterigen Teil aus. Also nun gut. Ich lasse das jetzt so.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am Februar 10, 2019, 12:39:27
Bist ja gut dabei, siehst du denn schon Licht am Ende des Tunnels?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 10, 2019, 12:57:58
Also das Blech ist zu schätzungsweise 2/3 fertig und bis auf den vorderen Scheibenrahmen sind keine allzu aufwendigen Formteile mehr zu bauen. Wenn meine Gesundheit es halbwegs zulässt hoffe ich, die Schweißarbeiten noch im Februar fertig zu bekommen.

Sagt mal, wie war das gleich nochmal mit den 12V Getriebeanlassern? Wo bekam man die nochmal her? Gibt es verschiedene Anbieter und Qualitätsunterschiede?

Wenn der Bus obenrum fertig ist kommt der vergammelte Bretterboden raus (feinste Lärche liegt schon bereit) und bei der Gelegenheit wollte ich gleich Starterkranz und Anlasser ersetzen sowie einen anderen Einbauort für die Batterien suchen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Luedi am Februar 10, 2019, 18:51:38
Boa...

also wirklich... Ich ziehe echt den Hut vor deiner Arbeit... Ich wäre schon 1000 Tode gestorben.... Sich da so durchzubeissen.. Robur Bus oder MZ Fahrer sind wohl doch die härtesten  :D
Das Armaturenbrett sieht echt gut aus.... Mit dem Hammerschlag look... schick schick.... Ich bin mal auf den fertigen Bus gespannt....  :P

Gruß Luedi
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 14, 2019, 11:00:54
Danke! :)

Weiter geht's.
Der gesamte obere Längsträger taugt auch nicht mehr allzuviel:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/laengstraeger_alt.jpg)

Das Bild zeigt die Unterseite, wo man schön erkennen kann, wie der Rost das Ding von innen nach außen zerlegt hat. Sehr gut ist auch zu sehen, daß Rost ein erheblich größeres Volumen als Eisen besitzt: zwischen den Schweißpunkten sind die Blechlagen regelrecht auseinandergepresst worden. Das erklärt auch schön, warum eingerostete Schrauben so fest sitzen: Es ist weniger die Oberflächenrauhigkeit, sondern enormer Druck, der zwischen den Gewindegängen herrscht.
Lange habe ich mich gefragt, warum praktisch alle Busse rechts erheblich schlimmer als links aussehen, bis ein Robur- Leidensgenosse eine plausible Erklärung lieferte: Links befindet sich das Sirokkogerät und der Heizluftverteiler bläst die linke Seite relativ schnell warm und trocken, während die rechte Seite lange kalt bleibt und sich dementsprechend dort das Wasser aus 42 Modderschuhen niederschlagen und seine Arbeit verrichten kann.

Also habe ich wie im Original 1mm- Blech genommen und zunächst die Hälften des Trägers angefertigt, wobei ich absichtlich einen etwas größeren Biegeradius gewählt habe, um an die Optik des Originales heranzukommen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/traegerhaelften.jpg)

Dann das Ganze wieder vorsichtig und nacheinander eingeschweißt. Heute mache ich dann erst wieder einen Meter Dach zu, damit auch das seine Form behält und hoffe, das letzte Seitenfenster fertig zu bekommen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/laengstraeger.jpg)[/quote]


Nebenbei: Vor einigen Tagen war der NDR da und und hat einen kurzen Beitrag über mein anderes Hobby gemacht: Wen's interessiert: >klick!< (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/E-Gitarren-aus-Benzin-Kanistern,nordmagazin59986.html)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 17, 2019, 11:16:47
Also, auf zum letzten rechten Fenster:

Wieder Teile für den Rahmen und die Dachkante vorbereitet:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/rahmen_vorbereitet.jpg)

aufmachen und hälftenweise entfernen...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holmgeoeffnet_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/holmgeoeffnet_2.jpg)


ausrichten, anpunkten...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/angesetzt.jpg)

braten, schleifen...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/verschliffen.jpg)

Jetzt muß nur noch die Dachhaut zu und die Einstiege der Seitentür und des Beifahrers gemacht werden, dann neigt sich die rechte Seite der Fertigstellung entgegen.
Schade, daß ich heute keinen Krach machen kann.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 19, 2019, 09:47:23
Inzwischen ist alles drin und das Dach auf voller Länge der Seite wieder zu und gerichtet. Das Blechteil ist von Hause aus mit einer dermaßenen Spannung verbaut, daß es beim Aufschneiden gleich Falten wirft. Hinzu kommt trotz aller Vorsicht Verzug vom Schweißen. Dementsprechend bin ich da jeweils gut mit Gummi- und Schrumpfhammer sowie der Handfaust dabei. Blöderweise habe ich mir gestern noch mit der Schruppscheibe eine ordentliche Ecke aus der Hand geflext, so daß das Ganze doppelt soviel Spaß macht.  ::)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachkantegesamt.jpg)

Nun ist die vordere rechte Ecke und der Frontscheibenrahmen dran. Dazu müssen wieder diverse Teile angefertigt werden, die um mehrere Achsen gewölbt sind:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/woelbung_vr.jpg)

Mal noch ne ganz andere Frage: Vor ein paar Jahren habe ich mal eine Wunderstory über das Entdröhnen per Magnet gelesen. Mir kam das Ganze aber eher wie esotherischer Blödsinn vor.
Klar: Die Masse des Magneten dürfte die Eigenfrequenz des Bleches nach unten verschieben, aber gibt es eine Wirkung, die darüber hinausgeht?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: msTrabant am Februar 19, 2019, 18:01:23
Wunderbare Arbeit. Du solltest dann natürlich im Anschluss den ganzen Bus mit Hohlraumfetten o.Ä. fluten um diesen wunderbaren Istzustand zu halten.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am Februar 19, 2019, 19:44:33
RESPEKT!
Ich lese fleißig mit, aber wie gut ab und zu eine kleine Rückmeldung sein kann, dass es jemand verfolgt, weiß ich aus Erfahrung.  ;)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: RoBi am Februar 20, 2019, 07:58:08
Hallo Peter,

Kann mir vorstellen, dass es mit den Magneten funktioniert, wenn man sie an Resonanzpunkte setzt. Sozusagen oben auf die stehende Welle. Muss man aber erstmal finden....

Hatte Magnete für meine Antennenträger verwendet. Musste feststellen, dass es darunter schnell zu rosten anfing.

Entdröhnung hab ich mit offenpoorigen Gummigranulatmatten gemacht. Funzt hervorragend, und es gibt kein Schwitzwasser drunter. Geklebt mit dem Kontaktkleber, den man beidseitig aufpinselt und antrocknen lässt.

Grüsse, Sven und RoBi.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 23, 2019, 10:54:50
Danke für Euer Feedback!

Wegen Magneten: Die meisten Erklärungsansätze beziehen sich ja, wie auch meiner, auf die Masse des Magneten, welche das Blech ggf. aus der Resonanz bringt.
Bei dem damals beworbenen Prinzip sollte auch das Magnetfeld selbst irgendwelchen wundersamen Einfluß auf das Material haben. Wenn ich mich recht erinnere haben die irgendwelche geheimnisvollen Messungen gemacht und dann ihre Magnete (oder magnetische Karten?) überall hingeklebt, auch an Motoren und Fahrwerksteile. Ich glaube, das war sogar mal in der Oldtimerpraxis. Leider ist das viele Jahre her und ich finde nichts mehr dazu. Ich erinnere mich nur noch daran, daß das Ganze für mich damals ziemlich nach Esotherik roch.

Nun gut, weiter ging's am Rahmen der Frontscheibe. Da war praktisch alles durchgegammelt bzw. papierdünn, so daß nur großflächiger Neubau übrig blieb.
Zunächst wurde provisorisch ein Kastenprofil eingeschweißt, damit der Rahmen seine Form behält und der vergammelte Mittelsteg herausgetrennt.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_1.jpg)

Die kleine Abkantbank leistete wieder hervorragende Dienste:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_0.jpg)

Dann wurde das Umfeld der Dachkante bzw. des Fensterrahmens aus Millimeterblech wieder hergestellt und der vorgefertigte Mittelsteg eingeschweißt. Nach dem Schweißen waren noch ein paar sanfte Richtarbeiten nötig, dann passte es.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_2.jpg)

Nun wurde die Innenschale des Dachrahmens ebenfalls aus Millimeterblech geformt und eingebraten. Der im Bild sichtbare originale Halter für den Rückspiegel wurde übrigens wiederverwendet. :D

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_3.jpg)

Kurze Kontrolle der Paßform:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_4.jpg)

Dann waren die unteren Ecken dran. In diesem Zuge wurde auch klar, wie die Mäuse in den Dachhimmel gekommen sind. Nach dem Aufschneiden fanden sich Haufen von Dreck und Haselnüssen im Querträger, Also muß der Mittelsteg der Weg nach oben gewesen sein. Es hat eine ganze Weile gedauert, das Zeug mit dem Staubsauger herauszubekommen. Heute ziehe ich noch ein Leerrohr ein, da ich das Loch hinter der originalen Lautsprecherverkleidung (siehe erstes Bild) für eine DAB+ Antenne nutzen möchte und vielleicht noch eine versteckte USB- Buchse vorsehe.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/mittelsteg_5.jpg)


Land in Sicht.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 24, 2019, 20:40:00
Die Sonne scheint, die Säfte steigen...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/fruehling.jpg)

...die Motivation steigt mit, also durfte mein Sohn die Dielung rausreißen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dielenraus.jpg)

Eigentlich war der größte Teil davon noch in Ordnung, aber die vergammelten Bereiche sahen mir vom Myzel her verdammt nach echtem Hausschwamm aus, so daß ich komplett sämtliche hölzernen Teile des Autos vorsichtshalber der thermischen Zweitverwendung zuführe.
Als Ersatz liegt 26mm dicke russische Lärche bereit, nachdem ich nach einigem Hin- und herüberlegen doch Abstand von Platten genommen habe.
Das Rausfummeln der zahllosen festgegammelten Schrauben hat dann den größten Teil des heutigen Tages in Anspruch genommen, so daß dann nur noch Zeit blieb, eine genauere Bilanz des Blechzustandes zu ziehen.
Diese sah erwartungsgemäß ganz gut aus.
Hinten rechts, wo 2 Lagen Blech sich recht ungeschützt treffen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/rost_unten.jpg)

und im Bereich der Einstiegstreppe, unter der sich ja die originalen Batteriehalter befinden und im anschließenden Gepäckfach gibt es etwas Karies. Sonst alles ok.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/batteriebereich.jpg)

Das ist dann also das Thema der nächsten Tage.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am Februar 24, 2019, 21:18:58
Das war doch mal eine positive Überraschung mit dem Blech :) Hast ja nicht oft gehabt, was.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 24, 2019, 21:41:42
Nee, nicht wirklich.  :D
Ich glaube, wenn ich das Schweißgerät in die Ecke schieben kann besaufe ich mich.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 27, 2019, 09:45:32
Gestern nun habe ich das Einstiegsblech eingebraten:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/einstiegsblech_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/einstiegsblech_2.jpg)

Zum Verschleifen war es dann schon zu dunkel, so daß ich damit erst heute weitermachen kann.



Abends habe ich mich an ein Video, das mir jemand in einem anderen Forum empfohlen hatte erinnert. Dort wurde als Unterlage beim Blech treiben statt des bekannten Sandsackes ein Stück dicken Gummis genommen.
Also habe ich mal ein Stück Förderbandgummi hervorgekramt, um zu testen, wie sich das mit dem Blech treiben darauf so macht und ein Reststück Millimeterblech mit dem Kugelhammer bearbeitet:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dengel_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dengel_2.jpg)

Noch eine Runde mit dem Schlichthammer:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dengel_3.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dengel_4.jpg)

Bin begeistert!
Die ca. 9cm große Halbkugel war in 10 Minuten fertig. Mit etwas mehr Mühe beim Glätten wäre das Ding absolut glatt geworden. Was hätte ich mit der Methode an Zeit und Nerven an der vorderen Dachecke gespart!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: ulli am Februar 27, 2019, 12:42:46
Hallo in die Runde

erstmal mein großen Respeckt  das sieht alles echt gut aus
mal zur Anhängekupplung.
Ja ich kann davon sprechen wenn der Fahrradträger auf der Straße liegt  :laugh:
Die Kupplung war aber nicht Schult sondern der Träger selbst.
Es war einer zum Abklappen (nicht empfehlenswert für Bus)
Der ist im Klappmechanismuss zerbrochen
Problem sind diese Blöden Verkehrs Beruhigungen in Frankreich/Spanien
 Zudem kommt das die Anhängekupplung schräg nach unten verläuft
Ich hab jetzt meine eine Kugel oberhalb abgeflacht so das der Träger jetzt gerade hängt und auch so bleibt.
zusätzlich ein kleinen Spanngurt mit dran
da ging die letzten Male nichts mehr schief
Sonst fahre ich die Fahrräder auf mein Anhänger (TS8)nur bei weiten Strecken nehme ich den Fahrradträger 
So na dann mal gutes gelingen
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 27, 2019, 13:08:30
Ich muß mir mal so einen Fahrradträger aus der Nähe anschauen, speziell wie die Klemmung funktioniert. Vielleicht kann man ja anstelle des Kugelkopfes einen irgendwie anders (=günstiger) geformten Pilz drehen und in die Kupplung einschrauben.
Anderseits haben unsere Busse ja auch Stauraum ohne Ende und zwei gute Klappfahrräder kosten unterm Strich kaum mehr als so ein Träger mit allen seinen Nachteilen.
Mal sehen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am Februar 27, 2019, 13:12:41
Mal in den Raum geworfen, warum baust nicht einen festen Fahrradträger an, so wie er an den "Tupperdosen-Womos" dran ist?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 27, 2019, 16:02:12
Ich finde, daß ein Fahrradträger die Optik des Busses total verschandelt. Ursprünglich war ja so ein riesiges Ding sogar dran.
Ich möchte eine Lösung, die man nur im Bedarfsfalle anbaut.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Februar 27, 2019, 19:33:39
wenn du derzeit soviel rumschweißt könntest du doch so ne stecklösung ala ami´s vorsehen, vielleicht mit abdeckklappe...
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: LAK1-Med am Februar 27, 2019, 19:48:11
Oder vielleicht zwei ausziehbare Träger parallel zum Rahmen, so ähnlich wie bei den integrierten Fahrradträgern.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am Februar 28, 2019, 10:07:22
Hm. Ich habe mich mit der Thematik bisher nur am Rande auseinandergesetzt und weiß gar nicht, wie die "Ami-Lösung" aussieht. Da muß ich direkt erstmal recherchieren.
Die Frage ist dann wieder, was der Grünkittel dazu bzw. zu einem ausziehbaren Patent sagt.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am Februar 28, 2019, 10:41:01
Die reagieren (erfahrungsgemäß) recht empfindlich, wenn man irgendwas nur stecken will  ::) Hatte so einen Plan mit der AHZV vom Wartburg.
Gut, ein Fahrradträger sieht da eventuell etwas anders aus.
Da wo ich bis 08/18 gearbetet habe, hatten wir an den Bussen hinten Halterungen dran, wo Fahrradträger eingehängt und mit Stiften gesichert wurden. Man hat zwar die Halter sichtbar an der Karosse, das ganze ist aber stabil und weniger auffällig, als ein starrer Träger, der fest verbaut ist.
Hier zu sehen:
https://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/_daten/cache/668_431870_1212_82194554.jpg (https://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/_daten/cache/668_431870_1212_82194554.jpg)

Ist nur die Frage, ob der Robur hinten passende Befestigungsmöglichkeiten Bietet.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am Februar 28, 2019, 18:02:23
das wäre dann so eine Halterung wie die für die zusätzlichen Kofferboxen an den Bussen - geht natürlich auch

die ami´s haben doch für die abnehmbare Hängerkupplung ein Vierkantrohr, wo man eben diverse adapter stecken kann, in meinen augen immer noch sicherer als ne kugel, zumal du damit ja keine anhänger ziehen willst

keine ahnung, ob die kittel-jungs da überhaupt mitspracherecht haben, wenn dir der dachträger runterfällt fragt vermutlich auch keiner nach Tüv, sondern nach dem nutzer
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am März 23, 2019, 11:00:00
Da der Frontgrill meines Busses ja extrem verbeult ist hatte ich mich immer mal nach einem neuen umgesehen.
Hab sehr preisgünstig einen gefunden. Hinten hängt allerdings noch ein Feuerwehrauto dran. :shock:
Langsam wird mein Messykabinett voll...

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/feuerwehr_1.jpg)

Hätte ich das doch geahnt: Die mühselig angefertigten bzw. reparierten Kotflügel, A-Säulen und Fußbleche hätte ich hier in astreinem Zustand ernten können.
Anderseits ist das Auto fast zu schade zum Schlachten. Ich muß jetzt tapfer sein und meinen "behaltenwollen" Trieb unter Kontrolle halten. ???

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/feuerwehr_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/feuerwehr_3.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Ello_2500 am März 25, 2019, 19:42:57
Hab dir wegen Grill ne PN gesendet.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am März 27, 2019, 10:50:19
Danke. Hast auch eine. :)

Da der Bretterfußboden draußen ist komme ich jetzt besonders gut an das Getriebe ran. Normalerweise müßte ich ja den Motorschlitten samt Motor und Getriebe nach vorn rausziehen. So kann ich es einfach abschrauben.
Der Grund für die Maßnahme ist in erster Linie der Starterkranz. Wenn ich einen Vierzylindermotor abstelle, dann bleibt er aufgrund der Verdichtung immer in zwei um 180° versetzten Stellungen stehen. Daher verschleißt der Starterkranz durch das Einspuren des Ritzels an diesen Spuren besonders stark. Sind dann Batterie und/oder Starter etwas kraftlos verschlimmert sich das Ganze noch. Meinen Motor mußte ich schon mehrmals mit der Kurbel ein Stück weiter drehen, weil das Starterritzel sonst gar nicht mehr griff. Höchste Zeit also, was zu unternehmen.
Die 24V- Umschaltmimik gefällt mir auch nicht so besonders.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/anlasser_alt.jpg)

Ich habe mir nun einen neuen Starterkranz und gleich dazu einen 12V- Getriebeanlasser mit 3,2kW Leistung besorgt.
Geplant ist, am Sonnabend beide Teile zu ersetzen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/anlasser_neu.jpg)

Achso:
Gestern war es endlich soweit:
Die (hoffentlich) letzte Schweißnaht am Blech ist gezogen!

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/blechfertig.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am März 31, 2019, 13:29:34
Gestern hatte ich freundlichen und hilfsbereiten Besuch, der mir u.a. half, das Getriebe rauszuwuchten.
Das ging recht schnell. Schwieriger war dann schon das Abziehen der Schwungmasse. Sie sitzt auf 3 Stück 10er Paßstiften und saß dermaßen fest, daß ein erster einfacher Abzieher aus Winkeleisen gleich die Grätsche machte. Also wurde ein etwas derberes Modell gebaut, mit dessen Hilfe es dann unter massiver Gewaltanwendung klappte.
Der Anblick des Starterkranzes übertraf meine Erwartungen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/starterkranz_alt_1.jpg)

Am Anlasser sah es auch dementsprechend aus:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/anlasserritzel.jpg)

Normalerweise baut man den alten Starterkranz ab indem man die Schwungmasse auf dem Starterkranz "aufbockt" und diesen zügig mit einem starken Brenner erhitzt, bis die Schwungmasse herausfällt. Diese Taktik funktionierte nicht, so daß ich den alten Starterkranz kurzerhand anbohrte und sprengte, zumal er ja ohnehin dermaßen hinüber war, daß man ihn nicht einmal mehr umdrehen konnte.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/starterkranz_alt_2.jpg)

Anschließend wurde der neue Kranz aufgeschrumpft, was prima klappte.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/starterkranz_neu.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/starterkranz_neu_thermo.jpg)

Während das Ding in Ruhe abkühlte schaute ich mir das Pilotlager an. Es lief etwas rauh, so daß ich es lieber rausschmeiße. Problematisch war es nur wieder, da ran zu kommen. Die Buchse, in der es sitzt ist sehr stramm in die Kurbelwelle eingepreßt. Ein erster Versuch, der Sache mit einer Art improvisierten Ziehhammer beizukommen scheiterte kläglich. In der Hülse ist ein kurzes Innengewinde M30 x 1,5, was zur Aufnahme eines Abziehers dient. Ein ausgiebiger Tauchgang im Messykabinett förderte aber nichts mit passendem Gewinde zu Tage.
Was jetzt?
Ich habe mich bisher immer darum gedrückt, auf der Drehbank Gewinde zu schneiden. Hier also war nun der endgültige Anstoß dazu, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Mit etwas Youtube und viel herumspielen an den Hebeln brachte ich tatsächlich das passende Gewinde zustande. War gar nicht so schlimm.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/lagerhuelsenabzieher.jpg)

Als nächstes waren wir neugierig, warum es bei dem Bus so schwierig war, die Gänge zu finden.
Schon der Schalthebel, der von oben ins Getriebe ragt fühlt sich jackelig an und läßt sich auch gut und gern um 10° hin und her drehen. Also nahmen wir mal den Getriebedeckel ab und warfen einen Blick rein. Das untere Ende des Hebels sah schon entsprechend aus:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ausgeballert_1.jpg)

Ebenso hatte das Blech, welches zum Finden der Mittelstellung dient, auch schon seine Gebrauchsspuren:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ausgeballert_2.jpg)

Gleiches gilt für die jeweils auf den Schaltwellen sitzenden Gabeln:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/ausgeballert_3.jpg)

Der gesamte Rest des Getriebes machte wiederum einen sehr guten Eindruck. Meiner Meinung nach sind die Teile gar nicht durch normalen Gebrauch in solch einem Zustand. Ich vermute vielmehr, daß der schwere, lange Schalthebel in Verbindung mit den doch recht ordentlichen Vibrationen des Motors dafür verantwortlich ist. Vielleicht konstruiere ich noch eine andere Betätigung dafür, am Besten was mit separater Lagerung des Schalthebels...Mal sehen.
Da ich noch ein sehr gutes Getriebe habe kommt dieses erstmal rein und ich kann mich ganz in Ruhe nach Ersatzteilen für das alte umsehen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 04, 2019, 22:15:02
Die letzten Tage habe ich damit verbracht, den Innenraum und die Staukästen zu schleifen und zu entfetten. Heute wurde das Ganze mit Brantho Korrux nitrofest grundiert.
Insgesamt sind ca. 4,5kg drauf gegangen. Im Bereich der Fußräume und der Überlappungen, die später nicht im Sichtbereich liegen habe ich eine sehr dicke Schicht draufgeballert und hoffe, daß die Kapillarwirkung dafür gesorgt hat, daß es ordentlich eingedrungen ist. Der sichtbare Teil der Flächen (Fensterholme usw. wird später nochmal angeschliffen, ggf. gefillert und dann in dem selben Weißton wie das Dach lackiert.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/fussraum_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/fussraum_2.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 07, 2019, 11:04:36
Inzwischen habe ich die neue Kupplungsscheibe erhalten. Wie fast erwartet ist die Belagstärke ziemlich exakt so wie bei der alten. Die Beläge sehen etwas anders aus und was am Drehschwingungsdämpfer "verstärkt" sein soll kann ich zumindest mit bloßem Auge nicht ausmachen. Ich bin noch unentschlossen, welche Scheibe ich ins Regal lege und welche ich einbaue.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/kupplungsvergleich_2.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/kupplungsvergleich_1.jpg)

Vorsichtshalber habe ich noch den Getriebedeckel aufgemacht und mir die Schaltbetätigung genauer angesehen. Das Schaltblech hatte leichten Verschleiß, so daß es gleich ersetzt wurde.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schaltblech_1.jpg)

An der Stelle, wo es von der Sperrkugel des Rückwärtsganges hochgedrückt wird war es auch in das Gegenstück eingearbeitet.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schaltblech_2.jpg)

Da dieses Blech symmetrisch ist konnte es einfach umgedreht werden. Eine originale Dichtung hatte ich nicht, so daß ich auf das hervorragende Material vom VEB Milchhof Berlin zurückgriff. Zum Glück habe ich davon seinerzeit eine große Rolle eingelagert.

Anzeichnen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schoko_1.jpg)

Ausschneiden und mit Hylomar ankleben:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schoko_2.jpg)

Mit einem glühenden Schweißdraht die Schraublöcher reinbrennen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schoko_3.jpg)

Einbaufertig:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schoko_4.jpg)

Vom Barkaskonsum kam inzwischen ein Brief mit Materialproben für den Himmel und ein entsprechendes Angebot. Die Bestellung geht in den nächsten Tagen raus.  :)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am April 07, 2019, 19:51:52
vielleicht ist bei der kupplung gemeint, dass die trägerplatte etwas kräftiger ist und deshalb die kräfte insgesamt besser verteilt werden....
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am April 08, 2019, 10:12:34
Aus eigener Erfahrung sage ich: Bau die neue Kupplung ein. Überleg dir einfach, ob du beim fertigen Bus nochmal Motor und Getriebe trennen willst nach einigen Kilometern, oder eher nicht. ;) Hab da mal aus eigener Erfahrung beim Wartburg gelernt.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 08, 2019, 10:30:17
Werde ich wohl auch machen. Die "alte" lege ich mir in Reserve.

Da stellt sich mir eine neue Frage:
Beim Herumwuchten und ausbauen fiel mir die Kupplungsscheibe entgegen und ich hatte keine Gelegenheit, mir die Einbaulage anzusehen.
Welche Seite gehört zum Motor?
Diese?

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/kupplungsvergleich_1.jpg)

danke und beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: ELLI87 am April 08, 2019, 21:31:35
Hallo!
Hab hier mal die Kupplung vom ROBUR im Schnitt. Die Zeichnung zeigt es eindeutig.

Gruß Roland

Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 09, 2019, 08:52:32
Das ist eindeutig. Vielen Dank!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 09, 2019, 18:31:04
Ich hatte das Problem, daß die Klettpads meines Exzenterschleifers extrem schlecht haften. Ständig flogen mir die Scheiben weg und selbst im Neuzustand taugte die Klettbeschichtung der Teller nichts. Also habe ich versuchsweise in der Bucht ein paar selbstklebende Pads gekauft und die Sache mal angetestet:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/klett_1.jpg)

Erstmal die Löcher reinkloppen:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/klett_2.jpg)

Dann den alten Kletteller auf dem Bandschleifer von seinem untauglichen Klettzeug befreien:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/klett_3.jpg)

Draufbappen, anschrauben:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/klett_4.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/klett_5.jpg)

Haut bisher einwandfrei hin.


---


Mir gefallen die originalen Rücklichter ja nicht besonders. Sie passen aus meiner Sicht überhaupt nicht zur Linie des Busses und sind vermutlich auch bloß aus Rationalisierungsgründen da drangekommen. Es handelt sich ja um absolute Standardware, die an fast jedem Traktor, Anhänger, Arbeitsmaschine usw. dran war. Ältere Busse sieht man entweder mit 3 Einzelleuchten oder Schiffchenlampen, wie sie auch am 311er Wartburg verbaut waren.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Finger/Bus_2.jpg)

In meinem Messykabinett liegen noch diverse neue und gebrauchte Rücklicher vom Barkas herum. Nachdem ich diese mal drangehalten hatte gefiel mir das Ganze ganz gut und ich entschloß mich spontan, diese in Verbindung mit der Kennzeichenbeleuchtung ebenfalls vom Barkas zu verwenden.
Also wurde das Auto in Waage gebracht und die Sache sorgfältig zurechtgemessen. Dann gebohrt und Einnietmuttern mit Senkkopf eingesetzt.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/einnietmuttern.jpg)

Wer mißt mißt Mist und so habe ich mich natürlich rechts von den Löchern der alten Lampen ablenken lassen und durfte die Lampe nochmal versetzen. :roll:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/barkas_1.jpg)

Das Lampenglas zeigte nicht ordentlich nach hinten, so daß hier nachgebessert werden mußte.
Nach ein paar Minuten auf der Bandschleifmaschine war die Neigung an den Unterseiten der Lampen angepaßt:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/barkas_2.jpg)

So haut das hin:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/barkas_3.jpg)

Auch wenn mich jetzt vermutlich einige steinigen werden gefällt mir das Ergebnis und ich finde es auch gut in die Entstehungszeit des Busses passend.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/barkas_4.jpg)

Daß die Lampen jetzt anscheinend immer noch nach außen schielen liegt an der extrem kurzen Brennweite der Telefonkamera.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/barkas_5.jpg)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Mario am April 09, 2019, 19:12:15
Ich find auch das beide Lampenvarianten (Rund und eckig) nicht zu m Bus passen.
Bei den ersten LO 2500 find ich das ganz stimmig:

http://www.veterancs.com/de/robur-46.php (http://www.veterancs.com/de/robur-46.php)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: msTrabant am April 10, 2019, 11:44:48
Mir gefallen die Wartburg 353 Leuchten der ersten Baujahre am besten, und das hab ich bisher sehr oft gesehen und deshalb machen wir das auch so. Habe leider kein Bild.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am April 11, 2019, 11:58:44
Sieht gut aus, aber stimmt, die 353er Lampen sehen auch gut aus am Bus. Lassen ihn etwas breiter wirken
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: ulli am April 11, 2019, 12:17:13
Alles Geschmacksache  ;D
Ich hab auch die vom 311 dran  ::)
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Staumacher am April 11, 2019, 13:28:46
Hallo.. meinst Du so...?!
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 11, 2019, 13:46:42
Ich bin ganz überrascht, daß Ihr das so ähnlich seht wie ich und ich nicht gesteinigt werde. :D
Mein Favorit wären ja auch die Rücklichter vom 311er gewesen, aber da schreiben sie ja inzwischen wirklich astronomische Preise dran. Das mit den 353er Rücklichtern sieht auch ganz stimmig aus. Ich bevorzuge aber die aus meiner Sicht optimale Schiffchenform.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 11, 2019, 14:36:00
Meine Schleifteller machen sich absolut prima. Hält bombenfest und völlig problemlos. Ich habe inzwischen damit angefangen, die dicke Kruste aus verrostetem Metallschleifstaub, Farbnebel und Dreck vom Dach herunterzuschleifen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachschleifen_1.jpg)

Im Bereich des Hochdaches stoße ich an sehr vielen Stellen auf überlackierte Rostnarben:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/dachschleifen_2.jpg)

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich damit verfahre: Entweder so gut es geht anschleifen und einfach fillern und überlackieren oder vorher nochmal mit Rostumwandler á la Fertan etc. drüber?
Mich stört an der Sache, daß das anschließend mit Wasser abgespült werden muß und ich Gefahr laufe, dieses dann in Spalten zu haben und mit der Lackschicht einzusperren.
Auch Phosphorsäure muß anschließend weggespült werden...
Was mache ich?
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: torstenmw am April 11, 2019, 16:55:32
Moin moin,
ich habe immer still und heimlich mitgelesen, jetzt muß ich sagen, großartige Arbeit. Bei unserem Bus waren auch unter den Zierleisten Rostnarben, ich habe die aufgeschliffen und dann mit Rostumwandler behandelt, mit Rostschutz grundiert. Haftgrund und Farbe drauf fertig.


Gruß Torsten aus Berlin
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: TomL am April 12, 2019, 17:07:49
Hallo und Gruß!

Erstmal Respekt für dein Projekt "Bus"!!!!
Ich hab bei mir die ganze Hütte (Führerhaus) entrostet , grob geschliffen und dann
Penetriemittel drauf. Hersteller "baufan" Leipzig. Riecht so wie zu alten Zeiten und scheint auch von der Qualität top zu sein.
Nachteil: ewige Trocknungszeit :(   Also vier Wochen kannst du einplanen. Mit "Endfinish" und  "Feinschliff" wirst du auch schlechte Karten haben.
Ordentlichen Decklack draufrollen oder spritzen und gut.
Diese Art Rostschutzbehandlung is halt was fürs Grobe ;). Ich bin da aber eh nicht der Lack- und Farbfetichist ;D. Ich will einfach auf Dauer Ruhe vor Rost und keinen
Schönheitspreis gewinnen....
Fürs Busdach, denk ich wärs ne Überlegung wert, zumal man da eh nur dann mal aus nem Hubschrauber drauf schaut :)

Gruß und schönes WE!
T.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 13, 2019, 10:06:44
Danke für die Blumen! :)

Beim Lack bin ich eher penibel. Ich finde es schrecklich, wenn man Spachtelstellen durch den Lack erkennen kann oder wenn Gummiteile, Zierleisten etc. Farbe abbekommen. Deshalb nehme ich mir viel Zeit mit den Vorarbeiten.
Ob ich dann am Ende auch ein Lackierung hinbekomme, die meinen Qualitätsansprüchen genügt wird sich zeigen. ???

Gestern war wieder lausigstes Aprilwetter, so daß ich drinnen weiter gemacht habe.
Als Erstes wurde die Beifahrertür komplett zerlegt. Eigentlich war ich der Meinung, daß sie noch ganz gute Substanz hätte, bis ich sie umgedreht habe:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_1.jpg)

Ich hatte absolut keine Lust zum Schweißen, zumal ich dann obendrein die Bude hätte kaltlüften müssen. Eine vernünftige Absaugung muß ich auch endlich mal bauen.
Also gehen wir mal buddeln und siehe da: Die Türen, die ich von einem wirklich hoffnungslos vergammelten Schlachtfahrzeug abgeschraubt hatte sahen deutlich besser aus:


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_2.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_3.jpg)


(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_4.jpg)

Lediglich ausgehend von der Zierleiste hatte die braune Pest ordentliche Arbeit geleistet  und auch eine stecknadelkopfgroße Durchrostung war vorhanden.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_5.jpg)

Also wurde alles so gut es geht geschliffen und anschließend mit Druckluft porentief ausgeblasen. Da die bestellte Brunox- Epoxy- Rostgrundierung noch nicht da ist habe ich dann die groß0e Roststelle erstmal mit Fertan behandelt.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/beifahrertuer_6.jpg)

Nachher geht's weiter.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Хелмар am April 13, 2019, 10:15:04
Hallo Surströmming, also Fertan habe ich für genau solche Stellen eingesetzt, aber nur dort, wo ich auch sicher die Säure wieder rückstandslos rausgespühlt bekomme, kein Falze etc.. Anschließend bildet eine 2k Grundierung, bzw. ein Grundierfiller eine wirklich gute Basis für den Lackneuaufbau. Ich hab vor dem Spachteln auch immer die problematischen Untergründe abgesperrt. Die Grundierung ist fast wichtiger als der Decklack, sie ist Rostschutz und Wasserabsperrung zum Blech hin. Alle anderen Beschichtungen sind quasi wasserdurchlässig.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 13, 2019, 10:32:11
So ähnlich habe ich das auch vor. Nachher wird die Stelle gründlich abgewaschen. Auf den Bus kommt flächendeckend ein 2k- Epoxy- Grundierfiller.
Das Fertan hat richtig geschäumt und sich schnell schwarz gefärbt. Ich vermute, die Hauptzutat ist Phosphorsäure.

beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 14, 2019, 10:38:10
Wegen anderweitiger Basteleien habe ich nur die gestern angekommenen beiden Farbmuster ausprobiert:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/farbversuche.jpg)

Das linke ist "Kristallblau" und das rechte "Olympiablau". Beides sind original DDR- Farbtöne und wir haben uns ziemlich einstimmig für das Kristallblau entschieden.
Somit wird die obere Hälfte des Busses "atlasweiß" und die untere "Kristallblau".
Und ich kann wetterbedingt noch immer draußen nichts machen. :'(
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 16, 2019, 10:19:47
An meiner Ersatztür mußte noch ein Gewindeloch versetzt werden, da diese schon für die neueren Spiegelhalter vorgesehen ist. Vibrieren tun beide wie verrückt, so daß ich bei der optisch ansprechenderen alten Version bleibe. Später will ich noch Bleiblech hinter das Spiegelglas kleben und hoffe so die Resonanzfrequenz des Spiegels unter die Leerlaufschüttelfrequenz des Motors zu bekommen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/spiegelhalter.jpg)

Schleifen...schleifen...schleifen. Dabei dröhnt die Hütte dermaßen, daß es selbst mit Gehörschutz fast nicht auszuhalten ist. Ich rechne jederzeit damit, daß die Nachbarn mit Fackeln und Mistforken anrücken.  :D  Ich glaube, am Osterwochenende kann ich nichts machen.

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schleifen_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/schleifen_2.jpg)

Gestern habe ich noch den Epoxyspachtel ausprobiert. Schön ist, daß er eine Viertelstunde offene Zeit hat. Ansonsten ist das Zeug furchtbar zäh und ich baue furchtbare Kraterlandschaften. Habe ich schonmal erwähnt, wie sehr ich Spachtelarbeiten hasse?  :mad:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/spachteln_1.jpg)

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/spachteln_2.jpg)

Jetzt dürfte der Spachtel durchgehärtet sein und ich gehe gleich mal testen, wie sich das Zeug schleift.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am April 16, 2019, 19:43:44
da du nix geschrieben hast bist du hoffentlich nicht frustriert....
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 17, 2019, 09:23:13
Hallo, nein. Ich habe nur gestern noch lange weiter gemacht. Auf der linken Seite des Busses hält eine ältere Lackschicht nicht vernünftig auf der Grundierung, also muß alles runter.
Die Spachtelmasse schleift sich ganz gut.
Gestern Nachmittag habe ich das Heck vorgespachtelt, welches schön in der Sonne lag. Ich war überrascht, wie sich durch die Wärme die Konsistenz des Spachtels änderte. Das Zeug wurde wie Creme und band innerhalb von einer Stunde ab. Einen Tag vorher wurde mir noch der Arm lahm, so zäh war das Zeug bei 8°C.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Surströmming am April 19, 2019, 10:23:44
(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach_3.jpg)

Ich stoße auf massive Probleme beim Schleifen des Daches. Darauf befindet sich eine nicht bezifferbare Anzahl an Schichten diverser unterschiedlichster Spachtelmumpe, Filler, Penetriermittel, Lacke usw. An manchen Stellen sieht es aus, als hätte man die Farbe regelrecht drübergekippt und in Dellen sind richtige kleine Seen aus dem Zeug. Ich habe einen wahnsinnigen Verbrauch an Schleifscheiben und schaffe nicht mehr als einen bis anderthalb Quadratmeter am Tag. Manche Schichten sind dermaßen zäh, daß die Schleifscheiben sich sofort zusetzen und selbst der Negerkeks nur noch schmiert.
Offenbar besteht das Dach auch aus mehreren Schlachtteilen, Auf der linken Seite habe ich eine Schicht NVA- grün gefunden. Etwa die Hälfte des Daches wurde auch offenbar mal mit dem Brenner bearbeitet:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach_4.jpg)

Das schleift sich ebenfalls unglaublich schlecht.
An anderen Stellen schält sich das Gelumpe wieder von selbst nach oben und offenbart, daß das blanke (Reparatur-)Blech seinerzeit nicht einmal aufgerauht und vermutlich auch nicht gereinigt wurde:

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/Dach_5.jpg)

Die rostfarbenen Sprenkel bestehen aus angerostetem Schleifstaub von den winterlichen Schweißarbeiten. Das wird flächendeckend und vollständig runtergeschliffen.

Mal noch eine andere Frage:
Ich habe hier den Aluminiumrahmen des Hubdaches, der ebenfalls voll Farbe geschmiert wurde. Wie bekomme ich die am elegantesten runter? Schleifen macht sich bei der Form nicht so besonders schön und versaut auch die eigentlich polierte Oberfläche. NaOH und Alu sind auch keine gute Idee und Aceton äußerst mühselig. Ich wollte noch vielleicht versuchen, das Ganze in einen acetongetränkten Lappen einzuwickeln und einen Foliensack drüber zu stülpen.
Kennt wer eine bessere Methode?

(http://www.aerolightservice.de/forenuploads/Bus/hubdach.jpg)

Danke und beste Grüße
Peter
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Toni am April 19, 2019, 11:32:40
Moin Peter.
Meine "neue" Hütte wollte ich auch strahlen lassen, habe aber mit original Grundierung 5 oder 6 Schichten Farbe drauf.
Ich habe mich mit Spachtel und Heißluft dran gesetzt, ging besser als gedacht.
Ob das für den Problem die Lösung ist, kann ich nicht sagen, aber zumindest den Alurahmen würde ich mit Heißluft und weicher (Messing) Bürste oder Aluspachtel bearbeiten.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Хелмар am April 19, 2019, 11:55:36
Ja Heißluft geht ganz gut. Das feine dann mit messingbürste und Schleiffließ entfernen.
Titel: Re: Mein neuer Bus
Beitrag von: Norbert04 am April 19, 2019, 13:50:49
oder für die Feinheiten zum Eloxierer gehen, da haste ne exklusive neue Oberfläche, und vermutlich kriegt der die letzten Reste dann im Reinigungsbad weg